Man soll gegen den Strom schwimmen. Mit dem Strom schwimmt der Müll. (Zbigniew Herbert)
20.03.2016
Mein Beitrag zur Ukraine-Diskussion bei Causa-Tagesspiegel
Zum Aufrufen des Beitrags klicken Sie bitten hier:
Putin verhindert die Rückkehr der Ukraine zu Russland
16.03.2016
Mein Buch "Die Ukrainekrise ist eine Krise Europas" ist endlich da!
Nachdem ich nicht zuletzt auf der Leipziger Buchmesse mein Buch
"Die Ukrainekrise ist eine Krise Europas" vorgestellt habe, ist es nun bei Amazon bestellbar (http://www.amazon.de/Ukraine-Krise-eine-Krise-Europas-fotoTAPETA__flugschrift/dp/3940524492/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1457796743&sr=8-1&keywords=jerzy+mackow) - auch als kindle-edition beziehbar (http://www.amazon.de/Ukraine-Krise-eine-Krise-Europas-fotoTAPETA__flugschrift/dp/3940524492/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1457796743&sr=8-1&keywords=jerzy+mackow).
Es war nicht einfach, dieses Buch, das ursprünglich auch ca.
70 farbige Illustrationen enhalten sollte, zu veröffentlichen. Es war die Bonner Akademie für Forschung und Lehre Praktischer Politik (BAPP), die es mir
im Jahre 2013 in Auftrag gab. Sie lehnte aber im März 2015 die Publikation des von mir erstellten "einseitigen" und
"antirussischen" Manuskriptes ab. Diese Vorgänge hatte ich in diesem Blog bekannt gemacht (wie eine sich "Akademie" nennende universtitätsnahe Institution auf die Putin-kritische Meinungsäußerung reagiert), woraufhin
sich bei mir der mir zuvor unbekannte Leiter des NicoLai Verlags, Alexander Stegman, meldete. Nach
Lektüre des Manuskripts lud er mich zum Gespräch nach Berlin ein, lobte das ihm zuvor zugeschickte Manuskript ausdrücklich und wollte es als Buch herausgeben, allerdings ohne die
Illustrationen, deren Publikation die Druckkosten in Höhe treiben würde. Meine
Versuche, für die Fotos von eingen Zentralen für Politische Bildung einen
Druckkostenzuschuss zu besorgen, scheiterten.
Einige Wochen später machte die BAPP unerwartet einen Schritt weg von der russischen hin zur westlichen Welt und erklärte sich bereit, das Buch doch noch zu veröffentlichen. Leider war der Schritt nicht groß genug, weil die Akademie darauf bestand, es zu zensieren:
Wie sich der Geschäftsführer der BAPP nicht entblödet, einem Professor der Politikwissenschaft einen anderen Politik-Professor als Putin-freundliche Anstandsdame vorzuschlagen.
Wie sich der Geschäftsführer der BAPP nicht entblödet, einem Professor der Politikwissenschaft einen anderen Politik-Professor als Putin-freundliche Anstandsdame vorzuschlagen.
Wegen des fehlenden Druckkostenzuschusses habe ich mich nach der Absprache mit Alexander Stegman dazu entschieden, aus den kommentierten Illustrationen ein Kindle-Album u.d.T.
"Ukrainische Ambivalenzen: Ein Bildalbum zum besseren Verständnis der
Vergangenheit und Gegenwart der Ukraine" zu gestalten. Diese Edition kann seit Januar 2016 für 2,99 € bei Amazon erworben werden (Bildalbum zum Buch). Sie vertieft und erleichtert
das Verständnis des Buchs über die Ukraine-Krise, das sich allerdings auch selbst
"verteidigt".
Unerwartet kam aber die Absage des Chefs des NicoLai Verlages:
Unerwartet kam aber die Absage des Chefs des NicoLai Verlages:
"Ihr Text [fordert] ganz offensichtlich dem deutschen
Leser einen hohen Lesewiderstand ab.... Unsere Gutachter skizzieren ihn zum
Teil mit Attributen wie: hasserfüllten, kriegshetzerischen, selbstgerechten
Text". Man beachte die, man muss es schon leider sagen, unterschwellig Ausländerfeindlichkeit dieses Herren: Obwohl ich seit 30 Jahren für den deutschen Leser schreibe und mittlerweile ein deutscher Staatsbürger bin, sieht mich dieser Eingeborene als unfähig, für "den deutschen Leser" ein Buch zu verfassen. Mit der Bezeichnung "Gutachter" ehrte Herr Stegman zugleich eine Dame, die er offenbar für die Verkörperung des deutschen Lesers hält: ahnungslos und arrogant.
Solche Probleme hatte ich mit dem inhaltlich auf Mittel- und
Osteuropa orientierten Verlag Edition Fototapeta nicht, bei dem mein Buch letzten Endes erschienen ist.
01.03.2016
Lech Wałęsa und das Ende der Allianz von Macht und Lüge
Lech Wałęsa, seit mehreren Jahren bereits eine tragisch
verwirrte, von der Wahrheit über seine eigene Biographie gänzlich überforderte Person mit dem Bild der Guttesmutter in Jackenklappe, hat gestern in einem langen Fernsehinterview für einen ihm wohl gesonnenen Sender wieder mehrfach
vorsätzlich Unwahrheit gesagt, während er geschworen, die besagte Madonna als Zeugin bemüht und zweimal das Zeichen des Kreuzes gemacht hat. Den Vorschlag eines bekannten Widerständlers aus der kommunistischen Zeit, der heute der älteste Abgeordnete im polnischen Parlament ist, Lech solle "in Wahrheit stehen und Reue zeigen", damit er "wieder mit uns" sein kann, hat er ausgelacht, indem er über den Autor des Vorschlags spottete. Henryk
Jagielski, über den der künftige "Solidarność"-Vorsitzende in der ersten Hälfte der siebziger Jahre in seiner Eigenschaft als Spitzel des kommunistischen
Geheimdienstes (SB) zutrug, hat er seinerseits einen
"Spitzel" genannt. Jagielski, der heute 80 Jahre alt ist, will
deshalb vors Gericht ziehen (Foto und Artikel über ihn auf Polnisch).
In einer alles in allem ruhigen und ausgewogenen öffentlichen Diskussion, die die Anhänger der das öffentliche Leben der Dritten Polnischen Republik oft regelrecht lähmenden Lüge über die Verwicklungen der realen und vermeintlichen Helden der "Solidarność" sowie der katholischen Kirche in die Machenschaften der kommunistischen Dienste nicht mehr verhindern können, setzt sich in Polen Schritt für Schritt die Wahrheit endlich durch. Wäre da nicht die PiS-Regierung, deren Vertreter augenblicklich in der laufenden Diskussion über Wałęsa weise Zurückhaltung üben, hätten die in der polnischen Politik, in den polnischen Medien, an den polnischen Universitäten und unter den Warschauer Korrespondenten einiger westlichen Zeitungen agierenden Lügner wahrscheinlich wieder Oberhand gewonnen. Noch vor einigen Tagen haben die Verteidiger des bigott erscheinenden "Symbols von Polen" es geschafft, ca. 100 000 Bürger auf die Straße zu bringen, die ihre Solidarität mit dem "angegriffenen" und von üblen Kräften "beschmutzten" Wałęsa demonstrierten.
Wie perfekt in Polen in der gar nicht so fernen Vergangenheit Macht und Lüge zusammenfinden konnten, zeigte das "Lustrationsgericht", das im Jahr 2000 trotz der erdrückenden Beweislage Wałęsa vom Vorwurf der Zusammenarbeit mit dem SB de facto freigesprochen hatte. Damit hatte der frühere Staatspräsident den Freibrief bekommen, gegen jene Menschen aus dem antikommunistischen Widerstand gerichtlich vorzugehen, die über seine SB-Vergangenheit die Wahrheit sagten. Er, mittlerweile ein reicher Mann, nutzte diese Möglichkeit immer wieder, weshalb die manchmal mittellosen Betroffenen mit hohen Geldstrafen belegt wurden. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund der Vereinnahmung der staatlichen Institutionen durch die Anhänger der Lüge ist es anzunehmen, dass ohne die PiS an der Regierung auch die Wahrheit darüber, dass beim verstorbenen ehemaligen Innenminister Kiszczak die mittlerweile öffentlich zugänglich gemachten Dokumente über die Zusammenarbeit Wałęsas mit dem SB gefunden worden sind, verschleiert worden wäre.
In einer alles in allem ruhigen und ausgewogenen öffentlichen Diskussion, die die Anhänger der das öffentliche Leben der Dritten Polnischen Republik oft regelrecht lähmenden Lüge über die Verwicklungen der realen und vermeintlichen Helden der "Solidarność" sowie der katholischen Kirche in die Machenschaften der kommunistischen Dienste nicht mehr verhindern können, setzt sich in Polen Schritt für Schritt die Wahrheit endlich durch. Wäre da nicht die PiS-Regierung, deren Vertreter augenblicklich in der laufenden Diskussion über Wałęsa weise Zurückhaltung üben, hätten die in der polnischen Politik, in den polnischen Medien, an den polnischen Universitäten und unter den Warschauer Korrespondenten einiger westlichen Zeitungen agierenden Lügner wahrscheinlich wieder Oberhand gewonnen. Noch vor einigen Tagen haben die Verteidiger des bigott erscheinenden "Symbols von Polen" es geschafft, ca. 100 000 Bürger auf die Straße zu bringen, die ihre Solidarität mit dem "angegriffenen" und von üblen Kräften "beschmutzten" Wałęsa demonstrierten.
Wie perfekt in Polen in der gar nicht so fernen Vergangenheit Macht und Lüge zusammenfinden konnten, zeigte das "Lustrationsgericht", das im Jahr 2000 trotz der erdrückenden Beweislage Wałęsa vom Vorwurf der Zusammenarbeit mit dem SB de facto freigesprochen hatte. Damit hatte der frühere Staatspräsident den Freibrief bekommen, gegen jene Menschen aus dem antikommunistischen Widerstand gerichtlich vorzugehen, die über seine SB-Vergangenheit die Wahrheit sagten. Er, mittlerweile ein reicher Mann, nutzte diese Möglichkeit immer wieder, weshalb die manchmal mittellosen Betroffenen mit hohen Geldstrafen belegt wurden. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund der Vereinnahmung der staatlichen Institutionen durch die Anhänger der Lüge ist es anzunehmen, dass ohne die PiS an der Regierung auch die Wahrheit darüber, dass beim verstorbenen ehemaligen Innenminister Kiszczak die mittlerweile öffentlich zugänglich gemachten Dokumente über die Zusammenarbeit Wałęsas mit dem SB gefunden worden sind, verschleiert worden wäre.
Obwohl die Partei Jarosław Kaczyńskis nach ihrem überwältigenden Wahlsieg im vergangenen Herbst inzwischen durch rabiaten Umgang mit dem Verfassungsgericht an Glaubwürdigkeit verloren hat, behindert nun in Polen die Macht die Wahrheit nicht mehr. Dass
dabei das Bild der "Solidarność“ und überhaupt des polnischen Widerstandes
gegen den Kommunismus ruiniert wird, dafür tragen dejenigen Verantwortung, die jahrzehntelang Unwahrheit pflegten. Bescheidene und häufig betrogene Teilnehmer an diesem Widerstand wie
Henryk Jagielski, von denen es in Polen Hunderttausende gegeben hatte, haben es nicht verdient, dass ihre großartige Bewegung "Solidarność“ als eine verschworene Gemeinschaft erscheint, deren Mitglieder einander mit unredlichen Mitteln unterstützen. Immerhin ist Jagielski und anderen jetzt möglich, mit Aussicht auf Erfolg vor einem polnischen Gericht den Menschen zu verklagen, der sie verunglimpft, ohne dass sich das Lager der Lüge darüber lautstark lustig machen wird.
Der Widerstand dieser während der vergangenen Vierteljahrhunderts zu Unrecht vergessenen "kleinen Menschen" war von universalen Werten wie etwa (das Streben nach) Wahrheit getragen gewesen. Diese Werte wurden von zahlreichen Profiteuren des Wandels nach 1989 konsequent verraten, wodurch die Qualität der polnischen nationalen Gemeinschaft wie jene des polnischen Staates nachhaltig beschädigt worden ist. Jeder, dem Wahrheit am Herzen liegt, kann die geistige Krise, in die Polen jetzt gerutscht ist, nur gut heißen.
Der Widerstand dieser während der vergangenen Vierteljahrhunderts zu Unrecht vergessenen "kleinen Menschen" war von universalen Werten wie etwa (das Streben nach) Wahrheit getragen gewesen. Diese Werte wurden von zahlreichen Profiteuren des Wandels nach 1989 konsequent verraten, wodurch die Qualität der polnischen nationalen Gemeinschaft wie jene des polnischen Staates nachhaltig beschädigt worden ist. Jeder, dem Wahrheit am Herzen liegt, kann die geistige Krise, in die Polen jetzt gerutscht ist, nur gut heißen.
21.02.2016
Fakten zum Fall Lech Wałęsa
Da im Fall Lech Wałęsas heute sehr viel gelogen, aber auch verschleiert und (nach)geplappert wird, zähle ich hier in Punkten Tatsachen auf, die - bis die Falschheit der heute zugänglichen Unterlagen bewiesen wird (was kaum wahrscheinlich erscheint) - nicht in Frage gestellt werden können:
1) Lech Wałęsa – gemäß den inzwischen zugänglichen Unterlagen der kommunistischen Geheimpolizei Ende Dezember 1970 als "Bolek" registriert – war in den Jahren 1970-1976 ein geheimer Mitarbeiter (Polnisch: tajny wspołpracownik - TW) des Sicherheitsdienstes der Volksrepublik Polen (SB) gewesen.
2) Er berichtete in dieser Zeit über die politischen Aktivitäten seiner Kollegen an der Lenin-Werft und nahm dafür relativ viel Geld. Betroffene behaupten, dass er damit den Arbeitern, die sich für Rechte der Beschäftigten einsetzten, geschadet hatte.
3) Er hat im Jahre 1976 aus freien Stücken die Beziehungen zum SB abgebrochen, womit er Nachteile in Kauf genommen hat, die auf ihn dann auch zukamen (etwa Arbeitsverlust).
4) Er hat während der achtziger Jahre als Vorsitzender der am 13. Dezember 1981 von der Herrschaftsclique um Wojciech Jaruzelski verbotenen Gewerkschaftsbewegung "Solidarnosc" auf die Verständigung mit den Kommunisten gesetzt. Die damalige Politik von Wałęsa hat Polen wahrscheinlich vor einer Tragödie des Krieges mit der Sowjetunion gerettet. Für diese Politik kritisierten ihn damals viele Menschen aus der antikommunistischen Bewegung, die im Gegensatz ihm eine Konfrontation mit den kommunistischen Machthabern und die Machtübernahme durch die "Solidarnosc" anstrebten. Heute in Polen mächtig, stehen diese Menschen auf seiner Seite, indem sie die Wahrheit über die unter den Punkten 1, 2 und 3 beschriebenen Zusammenhänge konsequent verschleiern.
5) Wałęsa versuchte behutsam, in seinen (ersten) Memoiren (1988) die Episode der Zusammenarbeit mit dem SB anzudeuten. Sehr wenige Menschen in Polen haben diese Tatsache damals zur Kenntnis genommen. In den polnischen Machtkämpfen der frühen neunziger Jahre haben die damaligen politischen Gegner Wałęsas (etwa Adam Michnik in der "Gazeta Wyborcza") versucht, ihr Wissen über seine Zeit als TW politisch auszuschlachten, ohne jemals über die Andeutungen hinauszugehen.
6) Als Präsident der Republik Polen hat Wałęsa in den Jahren 1992-1994 die in den Archiven des Sicherheitsdienstes der Republik Polen (UOP) befindlichen Dokumente des inzwischen aufgelösten kommunistischen Sicherheitsdienstes, die ihn betrafen und damals noch als geheim eingestuft waren, ausgeliehen und unvollständig zurückgegeben (es fehlen mehrere Dutzend Seiten). Die zuvor erstellten Kopien dieser Dokumente wurden freilich von einigen wenigen Historikern als Quelle benutzt.
7) All das hätten alle in Polen problemlos wissen können, lange bevor die Frau des verstorbenen kommunistischen Innenministers, Czeslaw Kiszczak, im Februar 2016 versuchte, die in ihrem Haus aufbewahrten Unterlagen des kommunistischen Sicherheitsdienstes, die die Verpflichtungserklärung Wałęsas und die Zuträger-Zuschriften Boleks enthalten, der "polnischen Gauckbehörde" (IPN) zu verkaufen. Im Jahre 2008 ist übrigens das wichtige, ausgezeichnete Buch "SB a Wałęsa" zu diesem Thema publiziert worden, das die Historiker Slawomir Cenckiewicz (mittlerweile Geschichtsprofessor) und Piotr Gontarczyk geschrieben hatten. Die heutigen Anhänger von Wałęsa (darunter "Gazeta Wyborcza") haben es niemals gewürdigt. Beide Autoren wurden vielmehr oft diffamiert.
8) Die von Frau Kiszczak "entdeckten" Unterlagen wurden am 22. Februar 2016 gemäß den polnischen Gesetzen Journalisten und Wissenschaftlern zugänglich gemacht. Dafür wurde die IPN massiv kritisiert. "Gazeta Wyborcza" zweifelte die Echtheit der Unterlagen und forderte mehrfach eine graphologische Untersuchung. Mittlerweile (November 2016) interessiert sich in Polen kaum jemand für das Thema.
1) Lech Wałęsa – gemäß den inzwischen zugänglichen Unterlagen der kommunistischen Geheimpolizei Ende Dezember 1970 als "Bolek" registriert – war in den Jahren 1970-1976 ein geheimer Mitarbeiter (Polnisch: tajny wspołpracownik - TW) des Sicherheitsdienstes der Volksrepublik Polen (SB) gewesen.
2) Er berichtete in dieser Zeit über die politischen Aktivitäten seiner Kollegen an der Lenin-Werft und nahm dafür relativ viel Geld. Betroffene behaupten, dass er damit den Arbeitern, die sich für Rechte der Beschäftigten einsetzten, geschadet hatte.
3) Er hat im Jahre 1976 aus freien Stücken die Beziehungen zum SB abgebrochen, womit er Nachteile in Kauf genommen hat, die auf ihn dann auch zukamen (etwa Arbeitsverlust).
4) Er hat während der achtziger Jahre als Vorsitzender der am 13. Dezember 1981 von der Herrschaftsclique um Wojciech Jaruzelski verbotenen Gewerkschaftsbewegung "Solidarnosc" auf die Verständigung mit den Kommunisten gesetzt. Die damalige Politik von Wałęsa hat Polen wahrscheinlich vor einer Tragödie des Krieges mit der Sowjetunion gerettet. Für diese Politik kritisierten ihn damals viele Menschen aus der antikommunistischen Bewegung, die im Gegensatz ihm eine Konfrontation mit den kommunistischen Machthabern und die Machtübernahme durch die "Solidarnosc" anstrebten. Heute in Polen mächtig, stehen diese Menschen auf seiner Seite, indem sie die Wahrheit über die unter den Punkten 1, 2 und 3 beschriebenen Zusammenhänge konsequent verschleiern.
5) Wałęsa versuchte behutsam, in seinen (ersten) Memoiren (1988) die Episode der Zusammenarbeit mit dem SB anzudeuten. Sehr wenige Menschen in Polen haben diese Tatsache damals zur Kenntnis genommen. In den polnischen Machtkämpfen der frühen neunziger Jahre haben die damaligen politischen Gegner Wałęsas (etwa Adam Michnik in der "Gazeta Wyborcza") versucht, ihr Wissen über seine Zeit als TW politisch auszuschlachten, ohne jemals über die Andeutungen hinauszugehen.
6) Als Präsident der Republik Polen hat Wałęsa in den Jahren 1992-1994 die in den Archiven des Sicherheitsdienstes der Republik Polen (UOP) befindlichen Dokumente des inzwischen aufgelösten kommunistischen Sicherheitsdienstes, die ihn betrafen und damals noch als geheim eingestuft waren, ausgeliehen und unvollständig zurückgegeben (es fehlen mehrere Dutzend Seiten). Die zuvor erstellten Kopien dieser Dokumente wurden freilich von einigen wenigen Historikern als Quelle benutzt.
7) All das hätten alle in Polen problemlos wissen können, lange bevor die Frau des verstorbenen kommunistischen Innenministers, Czeslaw Kiszczak, im Februar 2016 versuchte, die in ihrem Haus aufbewahrten Unterlagen des kommunistischen Sicherheitsdienstes, die die Verpflichtungserklärung Wałęsas und die Zuträger-Zuschriften Boleks enthalten, der "polnischen Gauckbehörde" (IPN) zu verkaufen. Im Jahre 2008 ist übrigens das wichtige, ausgezeichnete Buch "SB a Wałęsa" zu diesem Thema publiziert worden, das die Historiker Slawomir Cenckiewicz (mittlerweile Geschichtsprofessor) und Piotr Gontarczyk geschrieben hatten. Die heutigen Anhänger von Wałęsa (darunter "Gazeta Wyborcza") haben es niemals gewürdigt. Beide Autoren wurden vielmehr oft diffamiert.
8) Die von Frau Kiszczak "entdeckten" Unterlagen wurden am 22. Februar 2016 gemäß den polnischen Gesetzen Journalisten und Wissenschaftlern zugänglich gemacht. Dafür wurde die IPN massiv kritisiert. "Gazeta Wyborcza" zweifelte die Echtheit der Unterlagen und forderte mehrfach eine graphologische Untersuchung. Mittlerweile (November 2016) interessiert sich in Polen kaum jemand für das Thema.
9) Knapp ein Jahr später erklärten Graphologen, dass die besagten Unterlagen ohne jeden Zweifel echt sind.
10) In Deutschland hat nach meinem Wissen niemand klar geschrieben: Lech Wałęsa war ein Spitzes des kommunistischen Geheimdiensten gewesen. Das geschah nicht, weil selbst einige "Polen-Experten" es nicht wissen, und andere die Wahrheit nicht schätzen.
11) Der Betroffene behauptet stets, niemals mit dem SB zusammengearbeitet zu haben.
11) Der Betroffene behauptet stets, niemals mit dem SB zusammengearbeitet zu haben.
14.02.2016
Kurzkommentar zur Münchener Sicherheitskonferenz
Bei seinem Besuch der Münchener-Sicherheitskonferenz vor zwei Jahren
wurde der amerikanische Senator und ehemaliger Präsidentschaftskandidat John McCain hierzulande noch einhellig kritisiert, weil er es wagte, das kurz zuvor von Angela Merkel ausgehandelte Minsk-2-Abkommen zu kritisieren. Er wollte zudem den
Ukrainern Waffen liefern. Im Jahre 2016 konstatieren wir einhellig das eigentlich seit Langem Bekannte, dass nämlich dieses
Abkommen von Russland zu keinem Zeitpunkt eingehalten wurde. Vorgestern sprach Medwedew, mit
dem Deutschland vor nicht mal einer Dekade eine
"Modernisierungspartnerschaft" (Demokratisierung inbegriffen) undbedingt schließen wollte, auf der gleichen Konferenz unverschämt von einem
"Bürgerkrieg" in der Ukraine und er warf dem Westen frech vor, für
den "Kalten Krieg" seines Landes mit dem Westen verantwortlich zu
sein. Während er daraufhin weitgehend einhellig endlich als das bezeichnet
wird, was er immer gewesen war (ein Niemand von Putins Gnaden), wurde McCain
hierzulande plötzlich hoffähig. Fazit: Deutschland verändert sich zwar in die
richtige Richtung, aber leider sehr, sehr langsam - dieser Wandel hin zur
Realität dauert bei der Führungsmacht der EU mittlerweile zwei Jahre. Sehr
gefährlich für Europa ist die Tatsache, dass die politischen Kräfte, die der
Bundesrepublik nüchtern das Wesen des russländischen Regimes erklären und
beibringen, wegen der Flüchtlingskrise politisch immer schwächer werden. Und es
ist immer noch nicht denkbar, dass Steinmeier als Außenminister entlassen sein
würde. Und - wie fürchterlich es auch wäre - man kann überhaupt nicht
ausschließen, dass Gabriel oder Seehofer an die Macht kommen könnten.
24.01.2016
JERZY J. MAĆKÓW: Wenn Deutschland seine Grenzen schließt...
JERZY J. MAĆKÓW: Wenn Deutschland seine Grenzen schließt...: Wenn Deutschland seine Grenzen schließt, fällt Schengen. Wenn Schengen fällt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass - unter den heutige...
Abonnieren
Posts (Atom)