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31.01.2025

Wenn Deutsche über Ausländer "diskutieren"

Wie immer in der deutschen Diskussion über Ausländer treffen wenig gescheite Weltverbesserer auf wenig gescheite Realisten. Da die erste Gruppe unmissverständlich zum totalitären (postmarxistischen) und die zweite zum national-chauvinistischen Denken neigt, beschimpfen sich beide gleichsam an den Ausländern vorbei, die in die Diskussion nicht eingeladen werden. Das fällt keinem auf, weil beide Seiten eins verbindet: Diese Primitivlinge halten sich alle für eine Art Übermenschen, nicht erst seit heute und nicht erst seit Adolf H. Es wird also der Kampf zweier gefährlicher Ideologien ausgetragen und das Problem bleibt auf der Strecke liegen. Und da kann ein Ausländer sich nur freuen, dass er dazu nicht gehört. Wie schön ist es, wenn man sich nicht "integrieren" (darunter verstehen beide Lager immer "assimilieren") lässt!

25.01.2020

Deutschland und wir, seine Ausländer

Es war einmal so, dass es wenige Ausländer und viel Ausländerfeindlichkeit gab, die der falschen Überzeugung vieler Deutschen entsprang, es hätte in Deutschland viel zu viele Ausländer gegeben. Schlechter Akzent (kein französischer) wurde einem Ausländer von einem ausländerfeindlichen Deutschen nicht verziehen, selbst wenn der Ausländer viel Arbeit investiert hat und Deutsch gut beherrschte (der Franzose - "in schmutziger Hose!" - wurde hingegen freundlich angelächelt, wenn er sein katastrophales Deutsch vorführte). "Den Schwarzen" durfte man gleich duzen, wenn man ihn zum ersten Mal traf. Den Menschen "mit südländischem Aussehen" durfte der ausländerfeindliche Deutsche schief angucken, ohne dass dieser den Mund zu öffnen brauchte. Damals waren noch "Asylant" und "Wirtschaftsasylant" so etwas wie Schimpfwörter: zusammen mit "Kanacke" (deutsche Sprache kennt ohnehin keine starken Schimpfworte). Später setzte man dieser Diskriminierung bzw. Ablehnung im Alltag politisch-korrekte Sprache entgegen: die Ausländer mutierten zu "Menschen mit Migrationshintergrund", die Termini "Asylant" und "Wirtschaftsasylant" verschwanden fast. Von nun an konnte man nur an der Tonlage oder Augen erkennen, ob ein Deutscher ausländerfeindlich ist. Heute gibt es Millionen "Deutsche mit Migrationshintergrund", von denen einige wenige "Familienväter" erschlagen, "Frauen" begrabschen oder vergewaltigen und "deutsche Rentner" treten (Rentner bleiben wahrscheinlich deshalb in der vorherrschenden Sprachregelung immer noch deutsch, weil sie wegen ihres Alters als Eingeborene gelten müssen). Vor den "Deutschen mit Migrationshintergrund" haben viele Väter, Frauen und deutsche Rentner in diesem Land Angst. Mal sehen, was ich als Ausländer (das bin ich in meinem, antiquierten Deutsch nach wie vor) noch alles an sprachlichen Wandlungen werde beobachten dürfen.