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02.07.2026

Zelensky und der Weiße Adler

 Der polnische Präsident hat dem Präsidenten Zelensky den Orden des Weißen Adlers aberkannt, nachdem der Ukrainer seine Entscheidung, einer ukrainischen militärischen Eliteeinheit den Namen "Helden der UPA" zu erteilen, nicht revidiert hatte. Es ist ein wichtiger symbolischer Schritt von Karol Nawrocki, der aber an der Realität wenig ändert. In die polnisch-ukrainischen Beziehungen ist zwar die Wahrheit laut zurückgekehrt. Damit ist aber bloß das sichtbar geworden, was aufmerksame Beobachter ohnehin wussten.

1) Die Polen können auf ukrainische Lügen nicht länger ein Auge zudrücken. In der Angelegenheit, dass die UPA 1943-44 in etwa 100 000 Polen in Wolhynien und Galizien bestialisch umgebracht hat, handelt die postsowjetische Ukraine ähnlich wie das postsowjetische Russland in der Angelegenheit von Katyn.
2) Mit Nawrockis Entscheidung verlieren die Polen nichts, denn
a) sie haben von der Ukraine nichts Konkretes für sich selbst erhalten (etwa keine Zusammenarbeit bei Drohnen-Produktion, für die die Ukraine Deutschland und Dänemark gewählt hat);
b) die Ukraine muss sich sowieso verteidigen, sodass Polen – das lediglich Geld für Rüstung ausgeben muss – in einer besseren Position ist;
c) Polen bleibt für die Ukraine wichtig und es wird sie weiterhin unterstützen, aber nun wird die Ukraine um Hilfe bitten müssen.
d) der Westen Europas wird sich in diesem Streit auf die Seite Polens schlagen, sobald er von Wolhynien-Massaker erfährt (darüber wird bereits geschrieben, um den Kern des Konflikts zu erläutern). Es kommt hinzu, dass der Westen die Ukraine in der EU nicht haben will;
e) die Ukrainer setzen ihren Irrlauf fort, indem ihre Politiker die Orden, die sie in Polen erhalten haben, zurückschicken. Zelensky hat es übrigens getan, und zwar mit der sowjetisch anmutenden Bissigkeit über Gestalten, die ihn früher erhalten hatten. Als Zelensky 2023 den Orden entgegennahm, störte ihn allerdings die Tatsache nicht, dass Katherina die Große, Mussolini und Schröder diesen auch bekommen hatten. Vielleicht verstand er damals etwas mehr von Geschichte?
3) Es ist anzunehmen, dass die ukrainische Seite wahrscheinlich die Beerdigungen der polnischen Opfer des Wolhynien-Massakers verbieten oder erschweren wird. Diese Verbote und Erschwernisse gibt es aber von jeher, die Arbeiten kommen seit Jahrzehnten kaum voran. Auch das werden die westlichen Medien nun erfahren. Ergo: Warschau verliert kaum etwas, während die Ukraine ihren Ruf.
4) Der „sowjetische“ Charakter der ukrainischen Elite offenbart sich vor allem darin, dass sie die anti-ukrainischen Ressentiments ignoriert, die sie in Polen schürt. In Polen leben aber ca. 1,5 Mio. Ukrainer... Eine solche Geringschätzung der eigenen Nation ist ein Kennzeichen des Sowjetismus (das Phänomen ist in Polen bekannt – etwa bei Tuskus Partei–, jedoch nicht so verbreitet wie in den postsowjetischen Ländern).
Die Polen haben ein bisschen Politik gelernt. Das wird ein reinigendes Gewitter sein. Das Gelabere von Versöhnung weicht den harten politischen Tatsachen. Zu denen gehört: Ohne Wahrheit sind keine guten Beziehungen zwischen Nachbarn möglich.

13.07.2013

Kurzbrief an Alexander Motyl - about the Wolhynian Massacre

Aleksander Motyl von der Rutgers University veröffentlichte auf seinem Blog einen Text zum Wolhynien-Massaker. Siehe http://www.worldaffairsjournal.org/blog/alexander-j-motyl/remembering-1943-volhynian-massacres
Dieser enthält jedoch zahlreiche Spekulationen, weshalb ich darauf mit dem folgenden Brief reagierte:

Dear Alex,

I have some critical comments to your jugdments about the Volhynian Massacre (or "Slaughter", not "Volhynian Massacres" as you name it) 1943-44. You unfortunately made some mistakes with regard to its perpertators, its bloody, cruelly sequences and to the number of its victims. Obviously you do not know the meanwhile classical research by Grzegorz Motyka about the Volhynian Slaughter and the Action Vistula which has been published, as I remember, in 2010 or in 2011. Probably for this reason you prefere to speculate about facts which are well known. My second point concerns the classification as genocide. Frankly speaking I am not sure, whether the Volhynian Slaughter was one or not, because its systematic killing actions were carried out by armed gangs - Ukrainian partisans from the UPA -, which no state authority stood behind. Otherwise the UPA regarded itself as an "army" of a future Ukrainian state (and this claim is today regarded as legitimate by many Western Ukrainians). But by no doubt the intention of these Ukrainian totalitarists was genocidal. They carried out a formal order to kill all Poles in Volhynia - this order specified children, women and the old not to be spared. In about 100 000 cases (Galicia included) they "succeded". For understanding the definition of genocide I recommend the last book by Naimark (published some two years ago in Ukrainian language, too) who explains the circumstances under which the UN-convention to genocide in 1947 had been drafted (by Rafał Lemkin who's original concept actually includes not only ethnic but also political crimes) and accepted by the allies.

Slaughtering people in this region had a pre-history. In most cases inspired by the Germans (who, as we know, in sommer 1941 invaded eastern Poland which had been under Soviet occupation until then) some Poles and Ukrainians on many places killed Jews in a similar cruelly way. For example in Lwów and its environment mostly Ukrainian mob slaughtered some 6000 Jews at this time. In Jedwabne near Bialystok Polish mob executed cruelly probably about 300 Jews (by bearning them alife) .

If you do not mind, I would like to correct one thing more. In your text you mentioned that the Polish state did not exist during the Volhynian Slaughter. This is wrong. Of course, the Polish state did legally exist during the WW2. Only adherers of Hitler-Stalin-pact may neglect it seriously. 

Best

Jerzy.

PS. To apologise?  The killer, if they still are are among us, may try this way. To forgive? Nobody has the right to forgive in the name of the killed, surely not the current Ukranian state. What to do, then? Telling true.